aus BLUESHARP 1


Das Lied vom Tod


Wenn jemand abends an der Bushaltestelle steht, und sich das Warten mit etwas Mundharmonikaspiel verkürzt, kann er sicher sein, dass unter den Reaktionen der Passanten immer wieder der eine Satz vorkommt: „Spiel mir das Lied vom Tod!“. (Manch genervter Mundispieler antwortet dann mit: „Magst sterben?“)

 

Im Original wurde das Mundharmonikasolo zu Sergio Leones Westernklassiker „Once Upon A Time In The West“ (in Deutschland: „Spiel mir das Lied vom Tod“) von Franco De Gemini auf einer chromatischen Mundharmonika eingespielt.

Ennio Morricone sagte zu De Gemini: „Du hast nur drei Noten zu spielen! Ich überlasse Dir, was Du damit machst.“ Und De Gemini vollbrachte mit der Mundharmonika, was Anton Karas mit dem Titelthema aus „Der Dritte Mann” für die Zither gelang: Er spielte mit „Das Lied vom Tod“ („The man with the harmonica“) vor 40 Jahren das wohl bekannteste Mundharmonika-Stück der (Film)-Musikgeschichte ein.

 

Die drei Töne waren Grundton, kleine Terz und große Terz (in C wäre das: C, Eb und E). Die nasalen, durchdringenden Töne kamen daher, dass De Gemini die große und kleine Terz gleichzeitig spielte. Auf der chromatischen Mundharmonika geht

das mit Halbhineindrücken des Schiebers.

 

Auf einer chromatischen Mundharmonika geht es so: Kanal 6 blasen mit gedrücktem Schieber - dann den Schieber langsam halb zurückgehen lassen und langsam wieder hineindrücken. Im zweiten Teil gehst Du von Kanal 6 blasen mit gedrücktem Schieber auf Kanal 5 blasen und dann auf Kanal 6 Blasen und lässt den Schieber wieder langsam heraus.... Einfach, gell!

 

 

 

Auf der Harp kann man einen ähnlichen Effekt mit Bending erreichen. Am leichtesten zu spielen mit den Kanälen 5 und 6 ziehen, mit Bending auf Kanal 6. Da es nicht einfach ist, den Ton auf Kanal 6 gebogen anzuspielen, kannst Du Dir mit einem Trick helfen. Du baust Dir zuerst eine Hilfsversion, bei der Du vor dem Biegeton noch den Blaston auf Kanal 6 anspielst. Von dem Blaston kommt man dann leichter auf den Biegeton. Und wenn Du das dann hinbekommst,nimmst Du den Blaston wieder heraus.

 

Der füsikalische Grund dafür ist, dass ja bekannterweise beim Zieh-Bending die Blaszunge den Ton trägt. Und wenn Du also den Blaston zuerst anspielst und somit die Stimmzunge schon schwingt, kommt sie leichter in den Zustand den sie beim Bending haben muss.